Wann ist die nächste Prüfung fällig – und ist das überhaupt eine Frist?
Zu Prüffristen steht im Netz mehr Falsches als zu jedem anderen Arbeitsschutzthema. „Elektrische Geräte jährlich prüfen, Pflicht“ ist der häufigste Satz und so nicht richtig: § 14 BetrSichV verlangt die Prüfung, legt Art, Umfang und Fristen aber in Ihre Gefährdungsbeurteilung. Der Rechner nennt den Termin und dazu die Verbindlichkeitsstufe.
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So geht es
- Prüfart wählenDie Voreinstellung des Intervalls folgt der Prüfart. Sie ist ein Vorschlag und bleibt frei änderbar – genau darum geht es hier.
- Letzte Prüfung eintragenOhne dokumentiertes Prüfdatum rechnet der Rechner keinen nächsten Termin. Er nennt die Voraussetzungen der Erstprüfung nach § 14 Abs. 1 BetrSichV und weitere Prüfanlässe; ob diese vorliegen, müssen Sie gesondert klären.
- Verbindlichkeit lesenNeben dem Datum steht, worauf es beruht: eine feste Frist aus einer Technischen Regel oder ein Richtwert, den Ihre Gefährdungsbeurteilung tragen muss.
- Fristen führen lassenIn der App bekommt jeder Prüfgegenstand sein eigenes Intervall und eine Ampel, die 30 Tage vor dem Termin auf Gelb springt.
Was § 14 BetrSichV wirklich verlangt
§ 14 Abs. 1 BetrSichV verlangt die Prüfung vor der erstmaligen Verwendung und nach jeder Montage, wenn die Sicherheit von den Montagebedingungen abhängt. Absatz 2 erfasst wiederkehrende Prüfungen bei schädigenden Einflüssen, die Beschäftigte gefährden können; Absatz 3 nennt prüfpflichtige Änderungen und außergewöhnliche Ereignisse. Diese Prüfungen führen zur Prüfung befähigte Personen durch. Im Konformitätsbewertungsverfahren bereits geprüfte und dokumentierte Prüfinhalte müssen nicht erneut geprüft werden (§ 14 Abs. 1 Satz 3); damit entfällt nicht pauschal jede Prüfung. Für überwachungsbedürftige Anlagen bleiben die entsprechenden Prüfungen nach §§ 15 und 16 maßgeblich (§ 14 Abs. 8). Der Rechner entscheidet nicht, welche Voraussetzungen vorliegen. Art, Umfang und Fristen ermittelt der Arbeitgeber aus der Gefährdungsbeurteilung; besondere Vorgaben in Anhängen und anderen Vorschriften bleiben gesondert zu prüfen.
Das ist keine Formalie, sondern der Kern: Eine Bohrmaschine auf einer Baustelle und dieselbe Bohrmaschine in einer Werkstatt haben nicht dasselbe Prüfintervall, weil sie nicht dieselbe Beanspruchung haben. Wer eine feste Zahl übernimmt, ohne sie zu begründen, hat die Beurteilung nicht gemacht – auch wenn die Zahl zufällig passt.
Woher die Jahreswerte kommen
Für elektrische Anlagen und Betriebsmittel konkretisiert die DGUV Vorschrift 3 die Prüfpflicht. Die Vorschrift ist autonomes Recht der Unfallversicherungsträger; die Intervalltabellen in ihren Durchführungsanweisungen enthalten dagegen Richtwerte. Die Gefährdungsbeurteilung und die dort genannten Einsatzbedingungen bleiben maßgeblich. Für Leitern und Tritte beschreibt die DGUV Information 208-016 die wiederkehrende Prüfung; die Information bietet Hinweise und Empfehlungen. Daraus folgt keine pauschale Vermutungswirkung wie bei einer einschlägigen staatlichen Technischen Regel.
Die einzige hier fixierte Frist gehört den Feuerlöschern: Die ASR A2.2 verlangt die Wartung alle zwei Jahre durch einen Fachkundigen. Aber auch sie ist keine Obergrenze – Punkt 7.4.2 Abs. 1 lässt längere Instandhaltungsfristen des Herstellers ausdrücklich zu und verlangt, kürzere zu beachten.
Die Aufzeichnung gehört zur Prüfung
§ 14 Abs. 7 BetrSichV verlangt Aufzeichnungen zu Prüfart, Prüfumfang, Ergebnis sowie Name und Unterschrift der befähigten Person; bei ausschließlich elektronisch übermittelten Dokumenten eine elektronische Signatur. Sie sind mindestens bis zur nächsten Prüfung aufzubewahren. Für entsprechende Aufzeichnungen überwachungsbedürftiger Anlagen gilt dagegen § 17: während der gesamten Verwendungsdauer am Betriebsort (§ 14 Abs. 8). Fehlende Dokumentation ist ein eigener Mangel; sie beweist nicht, dass eine Prüfung tatsächlich nie stattgefunden hat.
Kontrollieren Sie vor der Ablage, ob der tatsächliche Bericht zum Arbeitsmittel passt und die einschlägigen Angaben enthält. Die Arbeitsliste im Ratgeber hält offene Rückfragen fest. Der Rechner nennt nur einen Termin aus Ihren Eingaben; weder seine Ampel noch die Arbeitsliste bestätigen technische Sicherheit oder vollständige Nachweise.
Prüfunterlagen kontrollieren und offene Punkte mitnehmen
Quellen und amtliche Anlaufstellen
- § 14 BetrSichV: Prüfung und Aufzeichnungen
- § 17 BetrSichV: überwachungsbedürftige Anlagen
- DGUV: Informationen und Grundsätze
Häufige Fragen
Muss ich elektrische Geräte jährlich prüfen lassen?
Es gibt keine allgemeine Jahresfrist für alle elektrischen Geräte. Für das konkrete Gerät sind die Gefährdungsbeurteilung und die anwendbaren Prüfvorgaben maßgeblich. Richtwerte stehen in den Durchführungsanweisungen zur DGUV Vorschrift 3; deren Einsatzbedingungen und Maximalwerte sind gesondert zu beachten.
Wer darf prüfen?
Eine „zur Prüfung befähigte Person“ im Sinne des § 2 Abs. 6 BetrSichV: jemand mit der nötigen Berufsausbildung, Berufserfahrung und zeitnahen beruflichen Tätigkeit. Das ist keine geschützte Berufsbezeichnung und keine Behördenzulassung – aber auch nicht jeder im Betrieb.
Was passiert, wenn ich eine Frist überziehe?
Zunächst nichts Sichtbares, und das ist die Gefahr. Rechtlich ist ein Verstoss gegen die BetrSichV eine Ordnungswidrigkeit; teurer wird es nach einem Unfall, wenn die Berufsgenossenschaft nach § 110 SGB VII Regress nimmt. Der Rahmen dafür ist nach oben nicht gedeckelt, weil er sich nach dem Schaden richtet.
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Prüffristen dauerhaft überwachenRechnet ohne Konto · Pflicht und Richtwert getrennt · Keine Speicherung
Der Rechner gibt die Intervalle der Vorschriften und Technischen Regeln wieder und ersetzt weder eine Fachkraft für Arbeitssicherheit noch eine Rechtsberatung. Welches Intervall für Ihr Arbeitsmittel gilt, entscheidet Ihre Gefährdungsbeurteilung.